Fahrerlaubnis auf Probe

Führerscheinneulinge erhalten ihre Fahrerlaubnis zunächst für zwei Jahre auf Probe. Innerhalb dieser zwei Jahre müssen sie sich bewähren: Die Konsequenzen für Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung sind hier deutlich härter als für Fahrer, die ihren Führerschein bereits seit längerer Zeit besitzen.

Für den Inhaber einer Fahrerlaubnis auf Probe gibt es drei verschiedene Kategorien von Verstößen:

Verstöße der ersten Kategorie sind solche, die nicht in die Verkehrssünderkartei in Flensburg eingetragen werden, für die es also keine Punkte gibt. Solche Verstöße haben keinen Einfluss auf die Fahrerlaubnis oder die Probezeit des Fahranfängers.

In die nächste Kategorie fallen die „weniger schwerwiegenden“ Zuwiderhandlungen: Hierunter fallen alle Verstöße des Abschnitts B der Anlage 12 der Fahrerlaubnisverordnung. Dies sind z.B. das Fahren mit einer um mehr als 8 Monate abgelaufenen TÜV-Plakette, das Gefährden von Fußgängern beim Abbiegen oder das Fahren ohne die Mindestprofiltiefe.

In die dritte Kategorie fallen die „schwerwiegenden“ Zuwiderhandlungen, die in Abschnitt A der Anlage 12 der Fahrerlaubnisverordnung aufgeführt sind. Hierunter fällt z.B. das Fahren innerorts mit einer Geschwindigkeit von mehr als 20 km/h über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit oder auch das Führen eines KfZ mit einer BAK von mehr als 0,0 ‰.

Kommt es nun innerhalb der Probezeit zu einem Verstoß der dritten Kategorie oder zwei Verstößen der zweiten Kategorie, muss der Führerscheinneuling an einem Aufbauseminar teilnehmen. Außerdem verlängert sich seine Probezeit um zwei Jahre.

Begeht der Fahrer auf Probe innerhalb der (nun verlängerten) Probezeit entweder einen weiteren Verstoß der Kategorie drei oder zwei weitere der Kategorie zwei, wird er schriftlich verwarnt und ihm wird die Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung nahe gelegt.

Dem renitenten Neuling der im Anschluss an diese Verwarnung erneut entweder einen einem Verstoß der dritten Kategorie oder zwei Verstößen der zweiten Kategorie begeht, wird die Fahrerlaubnis entzogen. Vor der Widererteilung steht außerdem eine Sperrfrist von drei Monaten sowie eine MPU.

qrn

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