Entzug der Fahrerlaubnis

Bei dem behördlichen Verbot des Führens eines Kraftfahrzeugs ist zwischen dem Entzug der Fahrerlaubnis und dem Fahrverbot zu differenzieren. Während ein Fahrverbot den Fahrer massiv belastet, ist der Entzug der Fahrerlaubnis der Super-GAU der Rechtsfolgen des Verkehrsrechts. Hier wird dem Fahrer der Führerschein dauerhaft entzogen, während beim ihm beim Fahrverbot lediglich für einen Zeitraum von normalerweise 1-3 Monaten verboten wird, ein Kraftfahrzeug zu führen. Zusätzlich zum Entzug der Fahrerlaubnis wird üblicherweise eine Sperrfrist verhängt, innerhalb welcher dem Fahrer von der Behörde kein neuer Führerschein erteilt werden darf.

Ein Entzug der Fahrerlaubnis ist häufig ein Resultat eines Strafprozesses über eine Straßenverkehrsstraftat wie zum Beispiel Trunkenheit im Verkehr, Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr oder natürlich der Vollrausch. Auch bei Straftaten bei denen es sich nicht konkret um Delikte im Straßenverkehr handelt, bei denen aber das Führen eines KfZ einen wesentlicher Teil der Tat darstellt kann es zu einer richterlich verhängten Entzug der Fahrerlaubnis als Nebenstrafe kommen.

Auch die Verwaltungsbehörde kann zu dieser Maßnahme greifen: Hält die Behörde etwa die Fahreignung eines Fahrers für zweifelhaft, besteht die Möglichkeit, dass zur Überprüfung derselben die Beibringung eines ärztlichen Gutachtens gefordert wird. Wird dieses Gutachten nicht wie gefordert erbracht, wird die Behörde die Fahrerlaubnis (nach Androhung) entziehen. Die wohl bekannteste Art seinen Führerschein zu verlieren ist die Erreichung der 18- (bzw. ab dem 01.05.2014 8-) Punktegrenze im Verkehrszentralregister in Flensburg. Bei Erreichen dieser Schallmauer (sofern vorher die gesetzlich vorgeschriebenen Abmahnungen erfolgt sind) wird der Führerschein mit einer Sperrfrist von mindestens 6 Monaten entzogen. Darüber hinaus muss der Verkehrssünder in aller Regel mit der Pflicht zur Erbringung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens zur Frage seiner Fahreignung vor Wiedererteilung der Fahrerlaubnis rechnen.

Die MPU – im Volksmund auch Idiotentest genannt – geht häufig der Wiedererteilung des Führerscheins nach dem erfolgten Entzug voraus. Die Neuerteilung des entzogenen Führerscheins kann und sollte bereits vor Ablauf der Sperrfrist beantragt werden. In vielen Fällen wird die Fahrerlaubnisbehörde die Widererteilung an spezielle Voraussetzungen knüpfen. Während eine erneute Ablegung der theoretischen und praktischen Fahrprüfung in den meisten Fällen nicht notwendig ist, wird die Fahrerlaubnisbehörde häufig die Erbringung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens fordern. Besteht auf Grund der Auffälligkeiten des Fahrers der Verdacht einer Alkohol- oder sonstigen Drogenabhängigkeit wird im Rahmen der MPU vor der Wiedererteilung der Fahrerlaubnis ein einjähriger Abstinenznachweis erbracht werden müssen. In Zusammenhang mit der medizinisch-psychologischen Untersuchung hört man immer wieder die Aussage, dass diese beim ersten Mal sowieso nicht bestanden würde. Das ist nur teilweise korrekt: Zwar ist die Durchfallquote tatsächlich relativ hoch. Die Wahrscheinlichkeit des Bestehens auch beim ersten Versuch kann jedoch massiv durch eine gute Vorbereitung durch spezielle Schulungen gesteigert werden.

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